"Bleib erschütterbar und widersteh!" (Peter Rühmkorff)
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Hier geht es zur Open Petition zum Erhalt des Stephanplatzes:
https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-den-stephanplatz-in-karlsruhe

Samstag, 7. Dezember 2013

Die Künstlerin Renate Schweizer schreibt:

Karlsruhe ist eine Stadt, die durch die Menschen lebt, die diese Stadt lieben. Viele davon sind in Karlsruhe geboren, aufgewachsen. Menschen in Karlsruhe haben erlebt, wie Gebaeude, Gruenflaechen und Plaetze in Karlsruhe  zerstoert worden sind. Zuerst durch Bomben, spaeter und bis heute durch Kaputt-aeh 'Neu-' Sanierung.
Wie jede Liebes- Beziehung durchlaeuft auch die Liebe zu einer Stadt Hoehen und Tiefen. Aber auch die staerkste Beziehung ist nur begrenzt belastbar und wird ungesund, wenn sie dauerhaft zu einseitig und  zu belastend wird.

Derzeit und fuer mehr als ein ganzes Jahrzehnt bis voraussichtlich 2020 wird durch den Bau der U-Strab die Liebe zu unsrer Stadt auf eine harte Probe gestellt. Die Karlsruher muessen viel er-tragen, aushalten und erdulden. In all dem Chaos, welches diese riesigen Bauvorhaben mitten im Herzen der Stadt fuer die darin lebenden Meschen  mit sich bringt, sind stabile Ruhepole mehr als notwendig.  Der Stefansplatz mit seiner vertrauten Karl-Apotheke im archtektonisch auffallenden Schellingbau ist so ein wertvoller Ruhepol. Einer der letzten wenigen im Herzen der Stadt. Eine Um- und Neugestaltung nun auch noch dort in Erwaegung zu ziehen,  kommt einer ueberfluessigen Gross -Op am Herzen gleich,  von Aerzten, die nicht das Leben der Patienten im Blick sondern lediglich den Profit zum Ziel haben.

Geld ist wichtig fuer die Stadt Karlsruhe, das ist klar. Die U-Strab, neues KSC-Stadion und der 300. Stadtgeburtstag muessen finanziert werden... , neue Einnahmequellen  entdeckt,  'Gross-' Investoren bedient werden . Aber fuehrt das mittlerweile nicht zum Ausverkauf von wertvollen Sozial - und Kulturschaetzen..?! Haben die Karlsruher Verantwortlichen, haben Sie,  Herr OB Mentrup, Sie, Frau 1.Buergermeisterin Mergen, etc. dabei noch die Menschen, die Geschichte und das Leben der Menschen im Heute im Blick?

Wir Kreativen und Kulturschaffenden - wir  Kuenstler, Musiker, Schriftsteller, Taenzer, u.v.a.  tragen viel  und derzeit besonders viel dazu bei,  die Stadt, die wir lieben, liebens- und lebenswert zu halten. Unsere vielen Beitraege gerade auch zum Erhalt des gesellschaftlichen, sozialen Klimas in unserer Stadt Karlsruhe  wird leider von viel zu vielen Hauptverantwortlichen der Stadt unterschaetzt- wahrscheinlich deshalb, da wir uns (oft gezwungenermassen ) eher herzgesteuert idealistisch statt monetaer motivert in die  Kultur der Stadt einbringen.

Eine gute funktionierende Beziehung und ein gesundes gesellschaftliches Klima mit und in einer Stadt besteht nur im Mit-Einander:   Neues  zu kreieren und zu schaffen und Vertrautes und Bewaehrtes zu
erhalten und zu achten.
- beides  in einem gesunden weil ausgeglichenen Mass.

Derzeit und fuer lange Zeit  ist das Mass fuer staedtebauliche Umwaelzung  in Karlsruhe voll.

Deshalb moechte ich  den Abriss der Karl-Apotheke und die Umkrempelung des Stefans-Platz den Rest- Ausverkauf dieses zwar vermeintlich   kleinen  Geschichts -und Kulturschatzes mit Appellen an die Stadtverantwortlichen verhindern . Der Stefansplatz mit seiner Karl-Apotheke und dem Wurschtl-Wagen ist als einer  der letzten vorhandenen und  liebgewonnenen  kostbaren Beziehungsschatz in all seiner momentan ihm eigenen Lebendigkeit erhalten und zu schuetzen.


Renate Schweizer

Karlsruhe, den 07.Dezember 2013



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