"Bleib erschütterbar und widersteh!" (Peter Rühmkorff)
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Hier geht es zur Open Petition zum Erhalt des Stephanplatzes:
https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-den-stephanplatz-in-karlsruhe

Sonntag, 29. Dezember 2013

"Stille Zerstörung Karlsruhes"

- so titelte KA-NEWS vor knapp vier Jahren. Es ging um den (damals noch) geplanten Abriss der Drogerie Roth in der Herrenstraße. Dem scheinheiligen dm-Chef und Multimillionär Götz Werner war es zu teuer, das Gebäude zu sanieren und zu erhalten, der Stadt Karlsruhe ebenso. Eine Milliarde kostet die Kombi-Lösung nun. Mindestens. Ich tippe mal auf 1,3 Milliarden.
Link: Kein Ankauf der Drogerie Roth
Proteste halfen nicht, der Gemeinderat beschloss das, was auch die Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft verhindern wollte:
Hier klicken!
Was ich damit sagen will: Sie sind nicht zu unterschätzen, unsere Stadträte! Auch wenn sie nun alle hinter der Karl-Apotheke und dem Erhalt des Stephanplatzes stehen, ich traue den wenigsten!

Beim Stadtwiki Karlsruhe gibt es Fotos des Altbaus und des grauenvollen Neubaus. Ich empfehle mal allen Auswärtigen, sich nach dem Betrachten der Fotos grünlich über Karlsruhe lustig zu machen:
Stadtwiki Karlsruhe Herrenstraße 26-28

Sonntag, 22. Dezember 2013

"... dann haben wir hier eine Revolution"

Heute berichten die "Badischen Neuesten Nachrichten" vom Besuch der CDU-Fraktion in der Karl-Apotheke auf dem Stephanplatz. Die Kollegin hat den wichtigsten Satz korrekt zitiert, der gefallen ist. Rüdiger Köbke, Vorsitzender des Ortsverbandes Karlsruhe-Stadtmitte. "Eines sei sicher, wennn der Platz umgestaltet werde, 'dann haben wir hier eine Revolution'". Ironische Bemerkung am Rande: Ich sag' ja immer: Die Revolution geht von der CDU aus ;-) Auch die Fast-Revolution beim Badischen Kulturgüter-Streit begann auf konservativer Seite.

Samstag, 21. Dezember 2013

Ein Stück Geschichte ginge verloren

Leserbrief der Karl-Apotheken-Mitarbeiterin Pia Deckwart, vergangenen Donnerstag in den BNN. Sie bat mich, den Brief auch hier zu veröffentlichen:


Mit Bestürzung und Fassungslosigkeit habe ich als Mitarbeiterin die Nachricht vom Auslaufen des Mietverhältnisses 2015 und damit dem wahrscheinlichen AUS für die
Karl-Apotheke vernommen. Gespräche mit hochrangigen Vertretern der Stadt blieben bislang ohne Aussage und beinhalten eine Stillhalte - und Hinhaltetaktik, die für uns Mitarbeiter nicht akzeptabel ist.
Angefangen mit meiner Ausbildung zur PTA arbeite ich jetzt seit 14 Jahren in familiärer Atmosphäre in einem überaus engagierten Team, welches von den Kunden nicht nur wegen liebevoll gestalteter Schaufenster, sondern gerade wegen der individuellen Betreuung geschätzt wird. In der Karl Apotheke besteht schon seit über 70 Jahren der Anspruch, nicht nur Pillen zu verkaufen, sondern den Kunden fachlich und menschlich kompetent in guter Atmosphäre über Erkrankungen und Medikamente zu informieren, wobei ein persönliches und aufbauendes Wort nie fehlt.
Daher frage ich mich: Ist es wirklich im Interesse der Stadt, dass eine so individuelle und facettenreiche Traditionsapotheke einfach verschwindet und damit auch ein Stück Geschichte von Karlsruhe verloren geht?

Baubürgermeister Obert für Erhalt des Stephanplatzes und der Karl-Apotheke

In einem Kommentar bei KA-NEWs schreibt BM Michael Obert:
"Um eines klar zu stellen: meiner bescheidenen Meinung nach sollte sich an der heutigen Situation am Stephanplatz weder ab 2019 noch ab 2021 etwas ändern!"

Siehe Kommentare hier (nach unten scrollen):
Hier gehts zum Artikel

Freie Wähler für Erhalt des Stephanplatzes und der Karl-Apotheke

Schon vor längerer Zeit haben sich die Freien Wähler positioniert:
Presseerklärung hier klicken!

Oder hier lesen:
„Verwaltung und Gemeinderat waren immer bemüht, Existenzgründungen in unserer Stadt mit großem Engagement und finanziellen Hilfen zu fördern. Die Gründerzentren oder der Kreativpark sind stolze Beispiele für eine Stadt, die ihren Bürgerinnen und Bürgern aus vielen Branchen bei ihrer Existenzgründung  zur Seite steht, Grund und Boden und auch Gebäude zur Verfügung stellt“ so der Vorsitzende der Freien Wähler Karlsruhe, Architekt Lars Dragmanli.
„Wir sind sehr überrascht zu lesen,  dass im Falle der Karl Apotheke  eine gut tradierte mittelständische Existenz aus Gewinnmaximierungsabsicht in absehbarer Zeit vom städtischen Grund und Boden herauskatapultiert werden soll“ so Dragmanli weiter. Natürlich könnte der Standort für ein mehrgeschossiges „Tortenstück“ von Investoren und Finanzern verwertet werden, wenn der Bestand kulturell unberücksichtigt bleibt. Das Gebäude ist aber ein Karlsruher Kleinod aus den 1920er Jahren, aus einer Epoche des von Korsetten befreiten expressionistisch-organischen und anschließend des kubistischen Entwerfens der Bauhaus Ära, wie aus der Feder vom Architekten Erich Mendelsohn geflossen, der auch mit runden Gebäudeecken experimentierte.
„Dieses eingeschossige Gebäude muss in Kontext mit dem angrenzenden wunderbaren Jugendstilbrunnen gesehen werden“ ergänzt  Stadtrat  Jürgen Wenzel. Ein Investorenbau mit mehreren Geschossen würde nicht nur den Stephanplatz sondern auch diesen Brunnen mit eingeformten Karlsruher Köpfen erdrücken“. Die Reihe der in letzter Zeit eingetretenen Stadtbildzerstörungen (Kaiser-Carree, Drogerie Roth, ECE, Südstadt-Ost, U-Strab…) würde mit der Vernichtung dieses fast aus Edward Hoppers Bildern entsprungenen Gebäudes erfolgreich weitergeführt. Gleichzeitig wird aber aktuell ein räumliches Leitbild für Karlsruhe entwickelt. „Es bleibt zu befürchten, so Wenzel weiter,  „dass das eigentlich beabsichtigte Leitbild darin besteht, die Investorstadt  weiter zu promoten“.
Ulrich Gehman, stellv. Vorsitzender der Freien Wähler ergänzt abschließend,“ dass es nicht sein kann, dass  die Stadtplanung den Finanzern überlassen wird. Hier ist der SPD-OB gefragt, die Richtung der Stadtentwicklung selbst vorzugeben“.
Die Freien Wähler hoffen, dass er das auch tun wird, wobei sie weiterhin bemüht sein werden, den Bürgerinnen und Bürgern zu einer Stimme zu verhelfen, um Zerstörungen identitätsbildender Momente in Karlsruhe zu verhindern.


Freitag, 20. Dezember 2013

KA-NEWS berichtet über den Stand der Dinge

Hier klicken!

Post von Harald Schwiers zum Thema

ach, jetzt taucht doch die alte Tanke auf, an der ich noch Shell gezapt habe...ich weiß es noch wie heute (und hatte es neulich erwähnt).
Aber zur Sache: Was, bitte, ist das zitierte "ursprüngliche Ensemble"? Das mit dem Exerzierplatz hinter der Kaserne?, jetzt bekannt als "Post-Galerie"? Das Militär wollen wir da doch dann wohl nicht mehr. Oder?
Vielleicht sollt man sich mal am Platz in den 60ern orientieren? Aber was sagen dann die Marktbeschicker dazu?
Oder sollte man den wunderschönen Brunnen wieder so gestalten, wie er einst war? Die Aussage (sprich: Forderung) - "ursprüngliches Ensemble" - ist ziemlich schwammig, sprich historisch ungenau.
Und wg. OB Frank Mentrup: Wie viele Baustellen in KA soll er noch gleichzeitig bearbeiten und klären?
Da sollte man ihm doch etwas Luft gönnen.
Meint der KAer, der schon in den 60ern hinter der Apotheke getankt hat. APO halt.
Das hat mit meinem Plädoyer für den Erhalt des Baus/der Apotheke nix zu tun.
Ich halte es aber eher mit der Sachlichkeit. Der Sache wegen.
Harald Schwiers

P.S. Das ursprüngliche Ensemble = Apotheke plus Tankstellenüberdachung (mk)

Oberbürgermeister Frank Mentrup in der verlängerten Weihnachtspause??

Bis heute hat übrigens OB Mentrup noch nicht auf meinen öffentlichen Brief reagiert. Nochmal, er ist hier nachzulesen:
Öffentlicher Brief an Frank Mentrup
Wahrscheinlich packt er seit Tagen Weihnachtsgeschenke...

CDU-Fraktion für Erhalt der Karl-Apotheke

Vorhin traf sich die Stadtratsfraktion der CDU in der Karl-Apotheke, um sich über den Stand der Dinge zu informieren. Nach Aussage von BM Mergen ist der Erhalt des Platzes in Gänze gesichert, allerdings nach wie vor nicht der Karl-Apotheke und des Gropius-Baus. Man könne sich dort durchaus ein mehrstöckiges Gebäude vorstellen. Ein Spargel also, der die Gestalt des Platzes drastisch veränderte. Die anwesenden CDU-Stadträte sprachen sich für den Erhalt des Gebäudes der Karl-Apotheke und für eine Vertragsverlängerung für Christian Giese aus. Der Stephanplatz, so habe ich betont, ist der einzige Bürgerplatz in Karlsruhe, die Karl-Apotheke eine Apotheke, die von den Bürgern regelrecht "geliebt" wird. Nur auf dem Stephanplatz finden Markt, Flohmarkt und Demonstrationen statt. Es ist eine durchaus begründete Angst der Bürger, dass ihnen ein Investor diesen Bürgerplatz wegnimmt, und zu diesem Platz gehört die Apotheke.
Übrigens: Christian Giese würde der Stadt und seinen Bürgern ein kleines Geschenk von 100.000 Euro machen, in dem er nämlich den ursprünglichen Zustand des Gebäudes mit (Tankstellen-) Überdachung wieder herstellt!

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Fotogalerie 4


Die Karl-Apotheke hat heute zwei Schauseiten: Der "spitze" Eingangsbereich und die Seite zur Karlstraße. Der Gropius-Bau ist nicht mehr in seiner Gesamtheit erhalten, der Tankstellen-Teil fehlt, wie die beiden untenstehenden Bilder dokumentieren. Da - außer ein paar Politikern und Frau Mergen - niemand den Erhalt des Gebäudes infrage stellt, stellt sich mir wiederum die Frage, weshalb man das ursprüngliche Ensemble nicht wieder herstellt und den Stephanplatz vor allem durch eine grüne "Randbebauung" aufwertet - dem Mikroklima der Stadt täte das bestimmt nicht schaden, von der Lebensqualität ganz zu schweigen. Der historische Stephanplatz sollte m.E. das Vorbild für eine zukünftige Gestaltung sein unter Erhaltung der Apotheke.

Bilder aus:
Quelle: Gropius et. al.

Dienstag, 17. Dezember 2013

Weibel und Sloterdijk für den Erhalt der Karl-Apotheke

"Im Fall Karl-Apotheke läge der Fall einfach: Warum sie nicht kurzerhand unter Denkmalschutz stellen? Peter Sloterdijk und Peter Weibel, die bei einem Besuch in der Apotheke von den Vorgängen erfuhren, erklärten sich spontan bereit, eine Expertise für den „Signaturbau“ Karl-Apotheke zu erstellen."
So ist es heute im INKA-Magazin online zu lesen. Auch der Rest des Artikels von Roger Waltz ist sehr lesenswert:
Zum Kommentar hier klicken!
Im Fall Karl-Apotheke läge der Fall einfach: Warum sie nicht kurzerhand unter Denkmalschutz stellen? Peter Sloterdijk und Peter Weibel, die bei einem Besuch in der Apotheke von den Vorgängen erfuhren, erklärten sich spontan bereit, eine Expertise für den „Signaturbau“ Karl-Apotheke zu erstellen.
Im Fall Karl-Apotheke läge der Fall einfach: Warum sie nicht kurzerhand unter Denkmalschutz stellen? Peter Sloterdijk und Peter Weibel, die bei einem Besuch in der Apotheke von den Vorgängen erfuhren, erklärten sich spontan bereit, eine Expertise für den „Signaturbau“ Karl-Apotheke zu erstellen.
Im Fall Karl-Apotheke läge der Fall einfach: Warum sie nicht kurzerhand unter Denkmalschutz stellen? Peter Sloterdijk und Peter Weibel, die bei einem Besuch in der Apotheke von den Vorgängen erfuhren, erklärten sich spontan bereit, eine Expertise für den „Signaturbau“ Karl-Apotheke zu erstellen.
Im Fall Karl-Apotheke läge der Fall einfach: Warum sie nicht kurzerhand unter Denkmalschutz stellen? Peter Sloterdijk und Peter Weibel, die bei einem Besuch in der Apotheke von den Vorgängen erfuhren, erklärten sich spontan bereit, eine Expertise für den „Signaturbau“ Karl-Apotheke zu erstellen.

Montag, 16. Dezember 2013

GRÜNE für Erhalt der Karl-Apotheke

Die GRÜNE Gemeinderatsfraktion will den Stephanplatz in seinem offenen, historisch gewachsenen Charakter erhalten.

„Ein Abriss der Karl-Apotheke kommt für uns nicht in Frage“, versichert Fraktionssprecherin Bettina Lisbach. „Der markante und einzigartige Flachbau aus den 1920er Jahren ist charakteristischer Bestandteil des Platzes. Wir sehen keinerlei Anlass für städtebauliche Veränderungen an dieser exponierten Stelle.“

Da das Umfeld des Stephanplatzes bereits sehr dicht bebaut ist, eignet sich der Platz auch nicht für weitere Innenentwicklung und eine mehrstöckige Bebauung, so die GRÜNEN. Die Aufenthaltsqualität und auch die bisherigen Nutzungen des Platzes mit dem in der Bevölkerung beliebten und gut besuchten Wochenmarkt würden darunter leiden.

In einem Brief an den Oberbürgermeister setzt sich die GRÜNE Fraktion deshalb auch für eine Absicherung der Karl-Apotheke am bisherigen Standort ein.

„Die Geschäfte in der Innenstadt leiden derzeit massiv unter den Baumaßnahmen der Kombilösung“, so Stadtrat Johannes Honné. „Auch die Karl-Apotheke ist davon stark betroffen. Die Stadt sollte ihr eine ausreichend langfristige Mietoption einräumen, um den Erhalt der Apotheke abzusichern und ihr zu ermöglichen, zumindest einen Teil der entstandenen Ertragseinbußen wieder zu kompensieren.“

Quelle:
Hier klicken!

Samstag, 14. Dezember 2013

Stephanplatz historisch

Die untenstehenden Postkarten dokumentieren, wie prächtig der Stephanplatz einst war. Ihn wieder in dieser Schönheit "erstrahlen" zu lassen, sollten sich eigentlich die Politiker dieser Stadt auf die Fahnen schreiben:




Donnerstag, 12. Dezember 2013

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Fotogalerie

Jede andere Stadt wäre dankbar für einen solchen Platz! Der Stephanplatz ist von Bäumen gesäumt, dreimal pro Woche findet dort ein Markt statt, einmal pro Monat der wohl beliebteste Flohmarkt der Stadt. Am Rande des Platzes verkauft "Der Wurschtl" seine legendären Brat- und Currywürste - ein Karlsruher Original.







Den Platzrand nach Südosten begrenzt die überaus beliebte Karl-Apotheke (20 Mitarbeiterinnen!) in einem Gropius-Bau, der in seinem eigenwilligen Schnitt dem Karlsruher Fächer angepasst ist und diesen geradezu betont. Links die Karlstraße, rechts die Waldstraße, die "Spitze" der Apotheke zeigt Richtung Karlsruher Schloss.




Von Kunsthistorikern nicht bestätigt wurde, dass Eward Hopper zu seinem berühmten Gemälde "Nachtcafé" vom Gebäude der Karl-Apotheke angeregt wurde. Das Bild darf aber als Beweis gelten, wie inspirierend solche ungewöhnlichen Gebäude wirken können.




Jeder Karlsruher kennt sie: Die wechselnden, liebevollen Schaufenster-dekorationen in der Karl-Apotheke. Die Straßenbahnen müssen vor der Apotheke halten, jeder mit der S-Bahn vom Europaplatz aus Richtung Süden fährt, kennt und liebt sie. Von den Fußgängern und Radlern ganz zu schweigen. Ein liebenswürdiges Detail - an der gleichen Stelle könnte in ein paar Jahren graues Mauerwerk stehen.





Auch das nebenstehende Foto ist ein Detail der umfangreichen Schaufensterdekoration der Karl-Apotheke. Wo andere Apotheker Rezeptfreies und Homöopathisches anpreisen, das viel kostet und ihnen den Geldbeutel füllt, gestaltet Christian Giese seine Schaufenster u.a. mit Hilfe des Naturkundemuseums - ein weiteres Indiz für die Beliebtheit der Apotheke, selbst unter Museumsmachern und Naturwissenschaftlern. Dies alles soll also ab 2018 verschwinden, weil ein "Großinvestor" der Stadt Millionen in den Rachen wirft, Millionen, die sie in unsinnigen Großprojekten verschleudert hat und noch verschleudert.

Öffentlicher Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Frank Mentrup

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, lieber Frank Mentrup,
in den letzten Tagen haben Sie es der Presse entnommen. Die Karl-Apotheke am Stephanplatz muss den Bauplänen eines "Großinvestors" weichen, mehr noch, der Stephanplatz ist an diesen verkauft worden.
Der Stephanplatz gehört den Bürgern dieser Stadt. Die Stadtverwaltung und der Gemeinderat sind für das Gut der Bürger, für das Stadtbild und die Lebensqualität in dieser Stadt verantwortlich, zuvorderst der Oberbürgermeister, den ich als ersten Diener der Karlsruher Bürger sehe.
Mehr als die Hälfte meines Lebens habe ich in Karlsruhe gewohnt und beobachten müssen, wie meine Geburtsstadt nach und nach zerstört wurde. Man könnte meinen, die Stadt leide an einem kapitalistischen Selbstzerstörungsfuror.
Ich frage Sie deshalb: Weshalb wurde der Stephanplatz verkauft? Was gedenken Sie zu tun, um den Stephanplatz in seiner heutigen Form zu erhalten? Wie wollen Sie die Zerstörung des Stadtbildes, der Stadt stoppen?
Mit vielen Grüßen
Ihr
Matthias Kehle

Dienstag, 10. Dezember 2013

Der Komponist Thomas Bierling schreibt:

"Ist das wirklich nötig, daß jeder freie Platz in der Stadt irgendwann überbaut werden muß? Ich bin keiner von der Sorte, der jegliche Änderungen von vorneherein ablehnt, und ich finde selbst die Kombilösung nicht so furchtbar schlecht. Gerade im Stadtkern gibt es kaum noch historische Bausubstanz. Aber unter den vielgescholtenen 50er- und 60er-Jahre-Bauten gibt es einige (wenn auch nur wenige) Perlen, die zumindest auf ihre Art ein gewisses Flair verbreiten, und da gehört für mich das Apothekenhäuschen eindeutig dazu. Und eine gelegentliche Freifläche, die dem schweifenden Blick nicht sofort eine Grenze setzt, ist für mich ebenfalls ein Wohlfühl-Faktor bei einem Stadtbummel. Ich möchte jedenfalls nicht nur in postmodernen Betonschluchten wandeln müssen."

Montag, 9. Dezember 2013

Harald Schwiers schreibt:

Auch wenn das Gebäude schon lange keine "städtebauliche Subdominante" mehr darstellt (wie das FJS einst - Gott-hab-ihn-selig - genannt hätte, so zeugt der Flachbau doch von einer Funktionalität und einer Ästhetik, die heutigen Stadtplanern und Architekten leider oft - aus diversen gesellschaftlichen Gründen - verloren gegangen ist; vom Aspekt der Stadtplanung für Menschen und Lebensqualität, die Freiräume benötigt, einmal ganz abgesehen.
Zudem unterstreicht die eigenwillige Formgebung die Fächerstruktur der Karlsruher Innenstadt auf ganz eigenartige Weise.
Aber nachdem der ganze Stephanplatz schon vor Jahren ziemlich heftig verschandelt und dabei auch der Brunnen tiefergelegt wurde, könnte vielleicht ein 365stöckigiges Bauwerk auf dem kleinen dreieckigem Grundriss (ähnlich wie „the shard“ in London) eine neue „städtebauliche Dominante“ setzen…möglicherweise findet sich ja ein internationaler Investor? Auf eine klitzekleine Baustelle mehr oder weniger käme es gerade ja nun nicht an. Oder?

Harald Hurst

Gerade habe ich mit meinem alten Freund Harald Hurst telefoniert. Auch er ist entsetzt über den idiotischen Gedanken, den Stephanplatz zu verscherbeln und zu bebauen und den liebenswürdigen und buchstäblich schrägen Bau der Karl-Apotheke abzureißen. Er wird die Bürgerproteste nachdrücklich unterstützen.

Klappe Auf

Auch das Karlsruher Kulturmagazin "Klappe Auf" ruft zur Unterzeichnung der Petition auf:
Klappe Auf

Sonntag, 8. Dezember 2013

"Abschieben nach Baden-Baden"...

... schlägt Gerhard Graf vor. Na, bleibt zu hoffen, dass die Baden-Badener Frau Mergen als Rathauschefin wünschen:


Samstag, 7. Dezember 2013

Leserbrief von Renate Schweizer an die Badischen Neuesten Nachrichten

Bei Facebook nachzulesen

Annette Muggenthaler schreibt:

Karlsruhe ist eine Stadt, die aufgrund der verheerenden Bombardierungen im 2. Weltkrieg und auch der Tatsache, dass es eine "Neuschöpfung" des 18. Jhrd war, in seiner Innenstadt mit sehr wenig historischen und oder irgendwie anziehenden Stellen und Plätzen punkten kann. Zumindest nicht solchen, die zum Verweilen und Geniessen einladen. Die Karlapotheke, in ihrer jetzigen Form sollte deshalb erhalten bleiben und ggfs. einer anderen städtischen Funktion zugeführt werden. Diese Debatte sollte als Ausgangspunkt dienen, eine Neugestaltung dieses ganzen Viertels anzustossen. Wann schmeissen wir denn endlich die Autos aus diesem Bereich der Innenstadt heraus? Nur Mut, andere Städte haben es ja auch schon geschafft!

Mit freundlichen Grüßen
Annette Muggenthaler

Open Petition

Es gibt jetzt die Möglichkeit, via Open Petition für den Erhalt des Ludwigsplatzes zu votieren:
Open Petition für den Erhalt des Stephanplatzes
Bitte verteilt diese Information über jeden Kanal weiter. Danke Renate Schweizer.

Die Künstlerin Renate Schweizer schreibt:

Karlsruhe ist eine Stadt, die durch die Menschen lebt, die diese Stadt lieben. Viele davon sind in Karlsruhe geboren, aufgewachsen. Menschen in Karlsruhe haben erlebt, wie Gebaeude, Gruenflaechen und Plaetze in Karlsruhe  zerstoert worden sind. Zuerst durch Bomben, spaeter und bis heute durch Kaputt-aeh 'Neu-' Sanierung.
Wie jede Liebes- Beziehung durchlaeuft auch die Liebe zu einer Stadt Hoehen und Tiefen. Aber auch die staerkste Beziehung ist nur begrenzt belastbar und wird ungesund, wenn sie dauerhaft zu einseitig und  zu belastend wird.

Derzeit und fuer mehr als ein ganzes Jahrzehnt bis voraussichtlich 2020 wird durch den Bau der U-Strab die Liebe zu unsrer Stadt auf eine harte Probe gestellt. Die Karlsruher muessen viel er-tragen, aushalten und erdulden. In all dem Chaos, welches diese riesigen Bauvorhaben mitten im Herzen der Stadt fuer die darin lebenden Meschen  mit sich bringt, sind stabile Ruhepole mehr als notwendig.  Der Stefansplatz mit seiner vertrauten Karl-Apotheke im archtektonisch auffallenden Schellingbau ist so ein wertvoller Ruhepol. Einer der letzten wenigen im Herzen der Stadt. Eine Um- und Neugestaltung nun auch noch dort in Erwaegung zu ziehen,  kommt einer ueberfluessigen Gross -Op am Herzen gleich,  von Aerzten, die nicht das Leben der Patienten im Blick sondern lediglich den Profit zum Ziel haben.

Geld ist wichtig fuer die Stadt Karlsruhe, das ist klar. Die U-Strab, neues KSC-Stadion und der 300. Stadtgeburtstag muessen finanziert werden... , neue Einnahmequellen  entdeckt,  'Gross-' Investoren bedient werden . Aber fuehrt das mittlerweile nicht zum Ausverkauf von wertvollen Sozial - und Kulturschaetzen..?! Haben die Karlsruher Verantwortlichen, haben Sie,  Herr OB Mentrup, Sie, Frau 1.Buergermeisterin Mergen, etc. dabei noch die Menschen, die Geschichte und das Leben der Menschen im Heute im Blick?

Wir Kreativen und Kulturschaffenden - wir  Kuenstler, Musiker, Schriftsteller, Taenzer, u.v.a.  tragen viel  und derzeit besonders viel dazu bei,  die Stadt, die wir lieben, liebens- und lebenswert zu halten. Unsere vielen Beitraege gerade auch zum Erhalt des gesellschaftlichen, sozialen Klimas in unserer Stadt Karlsruhe  wird leider von viel zu vielen Hauptverantwortlichen der Stadt unterschaetzt- wahrscheinlich deshalb, da wir uns (oft gezwungenermassen ) eher herzgesteuert idealistisch statt monetaer motivert in die  Kultur der Stadt einbringen.

Eine gute funktionierende Beziehung und ein gesundes gesellschaftliches Klima mit und in einer Stadt besteht nur im Mit-Einander:   Neues  zu kreieren und zu schaffen und Vertrautes und Bewaehrtes zu
erhalten und zu achten.
- beides  in einem gesunden weil ausgeglichenen Mass.

Derzeit und fuer lange Zeit  ist das Mass fuer staedtebauliche Umwaelzung  in Karlsruhe voll.

Deshalb moechte ich  den Abriss der Karl-Apotheke und die Umkrempelung des Stefans-Platz den Rest- Ausverkauf dieses zwar vermeintlich   kleinen  Geschichts -und Kulturschatzes mit Appellen an die Stadtverantwortlichen verhindern . Der Stefansplatz mit seiner Karl-Apotheke und dem Wurschtl-Wagen ist als einer  der letzten vorhandenen und  liebgewonnenen  kostbaren Beziehungsschatz in all seiner momentan ihm eigenen Lebendigkeit erhalten und zu schuetzen.


Renate Schweizer

Karlsruhe, den 07.Dezember 2013



Die Künstlerin Doris Lasar schreibt:

Wahrscheinlich muss jetzt jedes idyllische Fleckchen Karlsruhe kommerziell ausgeschlachtet werden, nur damit die beschepperte U-Strab finanziert werden kann. Es wird dann für die Karlsruher auch gar nicht so schlimm sein da unten im Tunnel fahren zu müssen, weil es oben ohnehin nichts Schönes mehr zu sehen gibt...

Mit freundlichen Grüßen
Doris Lasar

Freitag, 6. Dezember 2013

Grundlegendes

Die Presse berichtete heute, dass die Karl-Apotheke auf dem Karlsruher Stephanplatz abgerissen werden soll. Es ist eine besondere Apotheke mit einer besonderen Architektur. Ein wenig Recherche meinerseits hat ergeben, dass der städtische Stephanplatz an einen Großinvestor verkauft werden soll. Mehrfach fiel dabei ein Name - logischerweise: Die Postgalerie. Denkbar wäre künftig eine "Randüberbauung" des Platzes entlang der Amalienstraße. Sprich: Der Stephanplatz, einer der schönsten Plätze der Stadt, verlöre seine Charakter oder verschwände ganz.
Das Stadtmagazin INKA berichtete heute darüber:
Abriss der Karl-Apotheke? Bebauung des Stephanplatzes?

Ziel dieses Blogs ist, Proteststimmen und Informationen über den Stand der Dinge zu sammeln. Gerne auch anonym, vorausgesetzt der Verfasser oder die Verfasserin gibt sich mir per Mail zu erkennen. Ziel ist es, die Pläne der Stadt zu vereiteln durch einen massiven Bürger- und Prominentenprotest.
Ich lebe seit 1992 in dieser Stadt. Sie hat in diesen über 20 Jahren massiv an Lebensqualität verloren. Wieviele typische Karlsruher Gebäude und architektonischen Besonderheiten sind seitdem verschwunden, nur um des Geldes willen: Der Kronenplatz, das Kammertheater, das alte Volksbank-Gebäude am Marktplatz, die alte Apotheke, in der sich der erste Drogerie Markt befand, die Rosen auf dem Marktplatz... Nun also soll der Stephanplatz dran sein. Dass MUSS verhindert werden.

Dass die Karlsruher üble politische Fehlentscheidungen verhindern können, haben sie beim Badischen Kulturgüterskandal bewiesen, als die damalige Landesregierung die Badischen Handschriften verscherbeln wollte.

Ich bitte alle Karlsruher, Ihre Meinung in diesem Blog zu äußern. Vor allem die Prominenz und die Politiker!